"Ich brauche einen Partner."
Heute gibt es zwar viele Singles, aber die meisten glauben, unbedingt einen Partner haben zu wollen und brauchen zu müssen. Das Allein-Leben wird nicht als "gesunder Normalfall" betrachtet und gewürdigt. Das Bewusstsein der Masse urteilt: "Mit der/dem ist was nicht in Ordnung." Der eigene Verstand urteilt oft: "Ich bin nicht beziehungsfähig, ich sollte in einer Partnerschaft leben." Ist das wirklich wahr?

"Ich muss mich anstrengen, den Richtigen zu finden."
Es gibt keinen "falschen" Partner. Denn im Leben gibt es keine Fehler. Der Partner an Ihrer Seite ist immer der "Richtige". Jetzt im Moment ist er das, sonst wäre er einfach nicht da. Und wenn Sie noch keinen haben, keine Sorge, der "Richtige" wartet schon auf Sie. Entspannen Sie sich und kümmern Sie sich nicht darum, wo er auftaucht. Je mehr sie sich kümmern, desto später kommt er zu ihnen.

"Der Partner/die Beziehung soll mich glücklich machen."
Unmöglich. Das ist Ihr eigener Job. Wer sich selbst nicht glücklich machen kann, wer nicht mit Freude und Zufriedenheit allein leben kann, der wird auch in einer Beziehung nicht besonders weit kommen. Das Allein-Leben ist die beste Vorbereitung auf Beziehung.

"Partnerschaft befreit mich aus meiner Einsamkeit."
Irrtum. Ein einsamer, bedürftiger Partner zieht nur immer einen anderen Einsamen an. Und zwei Einsame machen sich gegenseitig so unglücklich, wie sie es allein nie geschafft hätten; zwei Bettler, die sich gegenseitig in die Tasche greifen und überrascht feststellen, dass nichts da ist, wie es Osho so schön formuliert hat.

"Ein harmonische Beziehung ist in Ordnung, eine disharmonische nicht."
Nein, die meisten Beziehungen müssen disharmonisch verlaufen, voller Krach, Enttäuschungen und Schmerz. Warum? Weil Beziehungen einer der wirkungsvollsten Wege der Selbsterkenntnis und des Wachstums sind. Keiner spiegelt uns besser das, was wir an uns selbst verdrängen und noch nicht sehen können wie unser Partner.

Partner sollten viel über ihre Beziehung reden
"Über" die Beziehung zu reden, ist oft der Ersatz für die eigentliche Beziehung nach dem Motto: Ihre Beziehung bestand in Diskussionen darüber, ob sie überhaupt eine Beziehung hätten bzw. was für eine Beziehung sie wohl hätten. Da können Sie lange reden.

Partnerschaft und Sex gehören zusammen
Das setzt viele Partner, die keinen oder kaum Sex miteinander haben, unter grossen Druck und verursacht viel Leid. Lebenspartnerschaft hat mit Sex erst mal gar nichts zu tun. Die meiste Zeit in der Geschichte waren Lebenspartnerschaft und Sexpartnerschaft zwei paar Stiefel. Vielleicht können wir von unseren Ahnen lernen?

Die ideale Partnerschaft soll ewig halten
Unsinn. Jede Partnerschaft ist auf Zeit angelegt. Unser Verstand kann den Wert einer Partnerschaft nicht wirklich schätzen. Eine zweijährige Partnerschaft kann weit erfüllter und lebendiger sein als eine zwanzigjährige. Jede Beziehung ist wertvoll, ob kurz oder lang, ob schmerzhaft oder harmonisch.

Die Beziehung besteht aus Geben und Nehmen
Dieser Gedanke wird meist von Menschen geäussert, die das Gefühl haben, zu kurz zu kommen. Kein 'Geber' spricht diesen Gedanken in einer Beziehung aus, nur ''Bedürftige'. Das Geben/Nehmen-Schema verbindet Liebe mit konkreten Erwartungen und macht die Beziehung zur kleinen Handelsgesellschaft: 'Ich liebe dich, solange du mich liebst. Ich gebe dir was, wenn du mir auch was gibst.' Ich nenne diese Beziehungen eine "GGBB", Gesellschaft zur gegenseitigen Befriedigung von Bedürfnissen. Mit Lieben hat das nichts zu tun.