Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben
Warum Frauen sich immer noch selbst fertig machen
Unzählige Frauen ab Ende dreißig leiden an Körper und Seele. Ihr Leben besteht aus Druck, Anstrengung, Hetze gepaart mit Selbstverleugnung, Selbstabwertung und Unterdrückung der eigenen Gefühle. Erst wenn der Körper zusammenbricht, öffnen sich viele für die Wende. Es ist nicht der Druck von Außen, es sind nicht die Überforderungen in Beruf und Haushalt, die verantwortlich sind für das Leiden. Das Leiden der Frauen ist hausgemacht und wird seit Generationen von Müttern an Töchter übergeben. Der Diplom-Psychologie Robert Betz, der jedes Jahr über 1.000 Frauen in Seminaren begleitet, ermutigt in seinem Artikel die Frauen, einen neuen Weg einzuschlagen und sich selbst ins Zentrum ihrer Aufmerksamkeit zu stellen. "Kümmer' dich endlich um das Wesentliche, um dich selbst!", ruft er ihnen zu. |
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Wer seine Mutter nicht ehrt – ist weiter an sie gebunden |
Auch wenn der Kopf es kaum hören mag, wenn du zu dieser Gruppe von Frauen gehörst: Du bist auf dem richtigen Weg – in das Leben. Du bist den klassischen Weg einer Frau gegangen, die schon als Mädchen gesehen hat, wie Mutter es macht. Bereits die jüngsten Mädchen erleben in ihrer Mutter ein Modell, an dem sie in ihrer eigenen Lebensführung nicht vorbeikommen. Vor allem das, was die Mütter über sich selbst denken, ihr mangelhaftes, abwertendes Selbstwertgefühl, ihre Überforderung, ihr unbefriedigter Hunger nach Liebe, Zärtlichkeit, Anerkennung führen im Mädchen zu einer Grundüberzeugung, wie das Leben einer Frau in dieser Welt ist. Manche sind selbstbewusst genug und sagen sich: "Ich werde es einmal ganz anders machen. Ich will mich nicht vor einem Mann erniedrigen und tagsüber die Putzfrau der Nation sein, um abends meinen Körper hinzuhalten und die Beine breit zu machen – nicht der Lust zuliebe, sondern um des lieben Friedens willen. Damit ich meine Ruhe habe." Die Gefühle vieler erwachsener Frauen ihren Müttern gegenüber sind von Mitleid und Verachtung zugleich geprägt. Mit diesen Gefühlen der Mutter gegenüber kann die Frau aber keinen eigenen freien Weg gehen, denn sie zeigen an, wie verstrickt sie mit ihrer – vielleicht schon gestorbenen Mutter – noch ist. Unsere Mütter und Väter sind Wege gegangen, die wir nicht kopieren müssen. Aber wir müssen uns klar machen, wie unfrei wir bis heute sind, wie sehr gebunden wir an sie sind, vor allem durch unsere anmaßende Verurteilung ihnen gegenüber. Wir maßen uns an zu denken, sie hätten es anders machen sollen und können. Das ist Arroganz und Irrtum zugleich. Sie konnten es nicht besser. Darum gilt es ihren Weg zu ehren und zu achten. Mutter und Vater zu ehren bedeutet nicht, ihnen auf ihrem Weg zu folgen. Sondern es ehrt deine Eltern, wenn du sagst: "Ich danke euch dafür, dass Ihr mir das Leben geschenkt habt und für alles, was ihr für mich getan habt. Ja, ich verneige mich vor euch und eurem Leben. Und mit eurem Erbe in mir gehe ich jetzt meinen ganz eigenen Weg. Und ich bitte euch um euren Segen für diesen meinen Weg." Dies sind einige Sätze aus einer sehr befreienden Meditations-CD mit dem Titel "Die Mutter (bzw. der Vater) meiner Kindheit". |
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"Jetzt reicht’s mir!" – der Beginn eines neuen Lebens |
Zurück zu den Frauen. Warum sind Frauen mit einer solchen Biographie bis vierzig oder fünfzig auf dem richtigen Weg? Weil diese Erfahrungen des Leids, die Frau unbewusst erschaffen hat, sie hinführen können zu einem kraftvollen "Jetzt reicht's mir!", zu einem ersten bewussten Schöpfungsakt, zu einer Entscheidung für ein anderes Leben in diesem Leben. Es ist der Wendepunkt von Unbewusstheit zu Bewusstheit, von Ohnmacht zur Macht, von der Angst in die Liebe, der Frauen erst nach zwei Jahrzehnten eines Lebens in Mangel, Begrenzung und Abhängigkeit auf einen neuen Weg führt, der von Selbstständigkeit, Freude, Selbstwertschätzung und Freiheit geprägt ist. Die Seminare, die sich mit Themen der Selbsterforschung und Spiritualität im weitesten Sinne beschäftigen, sind zu 70 bis 95 Prozent von Frauen belegt. Das ist ein sehr gutes Zeichen. Frauen sind in unserer Zeit diejenigen, die die größten Veränderungen im Zusammenleben der Menschen und zwischen Mann und Frau erschaffen. Wodurch? Indem sie aufwachen und mit Mut einen neuen Weg gehen. Warum sind es die Frauen? Weil sie als erste an einem Nullpunkt der Verzweiflung ankommen in ihrer Biographie. Bei ihnen heißt die klare Alternative: leben oder sterben? Sie spüren und wissen genau, dass der bisherige Weg in seiner Verlängerung in den frühen, schmerzhaften Tod durch Krankheit führen würde und können es an ihren Müttern und vielen Schwestern beobachten. |
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Ehre, lobe und liebe dich selbst! |
Wenn du dich in dem beschriebenen Weg wiedererkennst, lade ich dich herzlich ein zu einer neuen Betrachtungsweise, zu neuen Gedanken über dich selbst als Frau, über deinen bisherigen Weg und über das Leben. Der erste Gedanke lautet: "Du bist der allerwichtigste Mensch in deinem Leben. Und es ist deine Verpflichtung dir selbst gegenüber, allerbestens für dich zu sorgen, dich zu ehren, zu loben und lieben." Dies ist die Überschrift über ein völlig neues Leben, der allem, was die meisten Frauen bisher gehört und gelebt haben, völlig widerspricht. |
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"Ich habe es so gut gemacht, wie ich konnte!" |
Darum kümmere dich zunächst um das, was du bisher über dich selbst denkst und fühlst. |
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Wer sich selbst wichtig nimmt, ist ein Segen für alle! |
Die eigene Verantwortung für den gesamten bisherigen Lebensweg zu übernehmen und sich alles selbst zugefügte Leid zu vergeben, sind die ersten Schritte. Sich selbst zum allerwichtigsten Menschen in seinem Leben zu erklären und sich für die Liebe zu sich selbst zu entscheiden, sind die nächsten. Wer sich selbst nicht liebt, ist auch für seine Kinder letztlich eine Belastung. Kinder spüren instinktiv, wie es Mama geht. Geht es ihr gut, sind sie entlastet, geht es ihr schlecht, fühlen sie sich schuldig und belastet. Das heißt, du tust deiner ganzen Umgebung den größten Gefallen, wenn du anfängst, gut für dich zu sorgen und dich zu lieben. |
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Das eigentliche Leben beginnt ab ca. 50 |
Ich ermutige alle Frauen (und natürlich auch alle Männer) sich die Frage zu stellen, wozu sie dieses Leben leben wollen. Was bis zum vierzigsten, ja oft bis zum fünfzigsten Lebensjahr geschieht, ist aus meiner Sicht ein wichtiges Vorspiel. Durch unser unbewusstes Leben lernen wir, wo es hinführt, nicht bewusst zu leben. Das motiviert erst für ein selbst bestimmtes, kraft- und freudvolles Leben. Das eigentliche Leben beginnt für mich bei ca. 50 Jahren, beim einen früher, bei anderen später. Darüber bin ich nicht betrübt, weil mein Herz sagt, dass das Ganze völlig sinnvoll ist. Wir sind eine Menschheit in Windeln, die erst dabei ist zu lernen, was es heißt, großartige Schöpfer zu sein. Wir wissen nicht, wer wir sind, also müssen wir es lernen. Viele Frauen haben sich aufgemacht in ein neues Leben und ich ziehe meinen Hut (hätte ich denn einen) vor diesen Frauen. All diese Frauen sind ein Segen auch für die gesamte Männerschaft, denn sie sind Vorreiter für ein neues Leben in diesem Leben. Die Männer werden folgen – keine Sorge. Mögen Frauen stolz sein auf ihre Fähigkeit, nicht nur neues Leben zu gebären, sondern auch neue Lebenswirklichkeit zu kreieren durch ihren Mut, ihre Sehnsucht, ihre Liebe und ihre ungeahnte urweiblichen Kräfte. |
